Kevin Reymann

Ein Blog.


Nicht in der EU

Apple gab am Ende der vergangenen Woche bekannt, dass einige Funktionen aus iOS 18 & Co. nicht in der EU ausgerollt werden. Jedenfalls vorerst nicht. Betreffen wird das iPhone Mirroring, SharePlay Screen Sharing und Apple Intelligence. Letzteres sollte außerhalb der USA zwar eh erst im kommenden Jahr ausgerollt werden. Doch auch das scheint nun nicht mehr sicher zu sein.

Grund seien regulatorische Bedenken im Zusammenhang mit dem „Digital Markets Act“ der Europäischen Union.

Abgesehen vom Taschenrechner auf dem iPad und ein paar Bugfixes (mehr oder weniger) fällt das Herbst-Update für Europäer also jetzt recht dürftig aus.

Meine Meinung. Die regulatorischen Bedenken sind ein vorgeschobener Grund. Es geht im DMA nicht um Datenschutz, sondern um andere Punkte wie Marktmacht. Ich kann Apple mehr oder weniger verstehen, aber diese „Bockig“ Einstellung wird die EU nicht beeindrucken oder interessieren. Die Leidtragenden sind diejenigen, die das Geld in Apples Hände tragen, die Kunden. Und damit schließt sich auch der Kreis wieder – Apple wird hier ein paar Euro weniger anhäufen können (wie der Konzern davon Notiz nimmt, sei mal dahingestellt).

Eine andere Theorie, welche ich kürzlich in einem sozialen Netzwerk gesehen habe, finde ich ebenfalls nicht als vollkommen abwegig: Apple benutzt für seine Private Cloud ausschließlich eigene Server mit eigenen Prozessoren. Ob das M-Prozessoren aus dem Massenmarkt sind oder veränderte Versionen dieser, hat Apple nicht erklärt. Diese Prozessoren und Server müssen aber erst einmal gebaut werden. Und das geht nicht von heute auf morgen. Wenn nun aber alle Apple-Kunden auf einmal die Updates für Apple Intelligence bekommen würden, könnte es sein, dass die Serverkapazitäten nicht ausreichen. Deshalb ein Start in Etappen. Andererseits spricht gegen dieses Argument, dass Apple nie vorhatte, Apple Intelligence im September außerhalb der USA zu launchen.

Final muss ich auch sagen, dass so etwas in der Art zu erwarten war. Ich mag vieles der EU. Einiges ist aber auch einfach – sagen wir: übers Ziel hinausgeschossen. Beim DMA bin ich skeptisch, das hatte ich früher bereits erläutert. Apple hat kein Monopol auf dem Smartphone Markt. Wer ein Telefon haben will, auf dem mehr Freiheiten herrschen, der kann so eins seit Jahren kaufen (in der Regel für weniger Geld). Der DMA betrifft nicht ausschließlich Apple. Hier passt es aber irgendwie nicht. Und ein paar Wochen und Monate sind freie App Stores nun für alle Europäer verfügbar – gefühlt niemanden interessiert es – schon gar nicht außerhalb der Tech-Branche.


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